Forum II

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Umgang mit physisch und psychisch kranken Menschen

Das Forum 2 fand erstmals in der Rübmatthalle in Hölstein statt. Wir durften etwas mehr als 80 interessierte Personen zum Thema „Umgang mit physisch und psychisch kranken Menschen“ begrüssen. Zu Beginn referierte Dr. Niklas Baer (Fachstelle Psychiatrische Rehabilitation, Psychiatrie Baselland). Er ging dabei auf die typischen Erschwernisse bei Menschen mit Gesundheitsproblemen und einer Arbeitsunfähigkeit ein. Er zeigte auf, dass die meisten Menschen mit Problemen am Arbeitsplatz mindestens eine Persönlichkeitsakzentuierung, oft auch eine Persönlichkeitsstörung aufweisen, welche sich schon im frühen Jugendalter ausgebildet hat. Solche Menschen verhalten sich am Arbeitsplatz abhängig, ängstlich-vermeidend, überfordert, pflichtbewusst, rigid und sind anerkennungsbedürftig, öfters krank und zunehmend überfordert. Sowohl Arbeitgeber wie Arbeitnehmer holen sich in diesen Situationen zu spät Hilfe, warten ab, bis die Situationen eskaliert. Einige Ärzte schreiben die
Menschen aufgrund der bereits manifestierten Krankheitssituation zu lange krank, in der Hoffnung, die Situation dadurch zu verbessern. Allerdings ist das Gegenteil der Fall, wie Studien beweisen. Eine Rückkehr an den Arbeitsplatz hat am meisten Chancen, wenn der Arbeitnehmer nach drei bis sechs Monaten an den Arbeitsplatz zurückkehrt. Nach sechs Monaten Arbeitsunfähigkeit beträgt die Chance einer Wiedereingliederung lediglich 50%. Hier besteht hoher Handlungsbedarf, weil in der Schweiz eine lange Krankschreibung eher die Regel ist. Das vermeintliche „Schützen“ des Patienten durch Krankschreibung bewirkt auf Dauer genau das Gegenteil. „Fordern und Fördern“ wäre die bessere Handlungsweise.

Dr. Fredy Misteli (Oberarzt Klinik Rehabilitation & Altersmedizin und ambulante Rückenrehabilitation des Kantonsspital Baselland) berichtet in seinem Referat vor allem über Schmerzpatienten, die unter Rückenschmerzen leiden. Auch er stützt die These, dass kranke Menschen möglichst schnell wieder in die Arbeitswelt integriert werden. Nach zwei Jahren Arbeitsunfähigkeit betragen die Chancen noch 10% für eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt. Dr. Misteli berichtet zudem über die Entstehung von chronischen Schmerzen und wie das „Schmerzgedächtnis“ eines Menschen im Gehirn funktioniert. Es ist ein langer Prozess, dieses „Gedächtnis“ wieder zu überschreiben und mit Hilfe von z. B. Entspannungsverhalten zu lernen, die Schmerzen zu minimieren.

Im Anschluss an die Pause berichtet Dr. Roderich Kösel, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie über seine Arbeit am Regionalen Ärztlichen Dienst beider Basel (RAD). Dieser Dienst führt für die IV ärztliche Abklärungen durch. Er erklärt, welche Gesetzesgrundlagen bei der Beurteilung von IV-Fällen gelten und geht vor allem auf die Schadensminderungs- sowie die Mitwirkungspflicht der betroffenen Personen ein. Zudem erklärt er die Systematik der Standardindikatoren und geht auf die Thematik Umgang mit Sucht und Depression in der IV ein.

In der anschliessenden Podiumsdiskussion stellen sich Dr. Fredy Misteli, Dr. Roderich Kösel sowie Olivier Grieder, Abteilungsleiter Integration der IV Basel-Landschaft, den Fragen aus dem Publikum. Es wurden einige Fragen aus dem konkreten Alltag der Sozialhilfebehörden gestellt, die sogar die Ärzte zum Staunen brachten.

Referat Dr. Niklas Baer hier

Referat Dr. F. Misteli hier

Referat Dr. R. Kösel hier

Sissachertagung 2017

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"Arbeit: Hoffnung oder Last?"

Wir wollen alle integrieren - muss das wirklich sein?

An der Sissachertagung des VSO (Verband Sozialhilfe Basel-Landschaft) letzten Samstag zum Thema „Arbeit: Hoffnung oder Last?“ Wir wollen alle integrieren, muss das wirklich sein? konnten mit dem Theologen Peter Ruch, der Sozialwissenschaftlerin Dr. phil. Bettina Wyer und dem Leiter Basisqualifikation der Hotel & Gastro formation Heinz Gerig drei ausgewiesene Experten zum Thema Arbeit begrüsst werden. An der Podiumsdiskussion nahm zudem Herr Sebastian Helmy, Dienststellenleiter des Kantonalen Sozialamtes Basel-Landschaft, teil. Regierungsrat Dr. Anton Lauber betonte in seinem Willkommensgruss die Wichtigkeit des Themas.

Im Eingangsreferat beschäftigte sich Peter Ruch anfangs mit der sprachlichen Herleitung des Wortes „Arbeit“. Dieses ist abgeleitet von althochdeutsch „arabeit“, mittelhochdeutsch „arebeit“. Beide Worte gehen auf die germanische Wurzel „arapi“ zurück, was so viel wie Mühsal/Plage bedeutet. Erst im neuhochdeutschen füllt es sich mit dem Inhalt „wertvolle Tätigkeit“ bzw. „Beruf“. Bis in die Neuzeit war die Arbeit mit der Vorstellung von Zwang und Unterdrückung verbunden. Arbeit enthält zweifellos eine unerfreuliche Seite, ruiniert unter Umständen die Gesundheit und kann das Leben verkürzen. Es gibt aber nicht nur Arbeitsleid, sondern auch Arbeitsfreude. Die Arbeit hat sich im Laufe der Jahrhunderte fundamental verändert, am radikalsten mit der Industrialisierung. Der heutige Arbeitsmarkt ist Bestandteil eines komplexen Marktorganismus, in welchem politische Interventionen – auch wenn sie gut gemeint sind – in der Regel kontraproduktiv wirken. Arbeitsplätze lassen sich nicht schaffen, sie entstehen, wenn sich ein Leistungsangebot mit einem Lohnangebot vereinbaren lässt und nicht durch bürokratische Auflagen und andere Fremdeinflüsse erstickt wird.

Dr. phil. Bettina Wyer beleuchtete in ihrem Referat die aktuelle Aktivierungspolitik, mit welcher der hohen Zahl von langzeitarbeitslosen Menschen begegnet werden soll. Ziel ist eine schnelle Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt. Den möglichen Ressourcen aber, über die die langzeitarbeitslosen Menschen verfügen, wird oft nicht Rechnung getragen. Die Standardisierungsnormen: Leistungsorientierung und –fähigkeit, Eigenverantwortung, Funktionstüchtigkeit und Selbststeuerungskompetenz fehlen bei diesen Menschen häufig, teilweise oder ganz. Damit kann das geforderte „wer will, der kann auch“ nicht umgesetzt werden. Am belastenden für die langzeitarbeitslosen Menschen ist allerdings die Haltung der Gesellschaft ihnen gegenüber: sie werden moralisch und gesellschaftlich verurteilt und abgeschrieben.

Im dritten Referat berichtete Heinz Gerig, wie die Flüchtlings-Lehrgänge faufgebaut sind, und welche Erfahrungen in den letzten Jahren gemacht worden sind. Es gibt sie mittlerweile in den Sparten Gastronomie, Bau, Gebäudetechnik, Automobiltechnik und, als Pilot ab 2018, in der Pflege. Herr Gerig berichtet, wie schwierig es ist, Menschen aus einem völlig anderen Kulturkreis fit zu machen für die Schweizer Arbeitswelt. Alle Kurse dauern ein Jahr und beinhalten neben dem fachspezifischen Wissen auch Lerninhalte wie z. B. Gesellschaftsnormen in der Schweiz, Verhaltensnormen in der Öffentlichkeit und im privaten Umfeld.
Nach dem Referat zeigte Hr. Gerig einen kurzen Film, welcher für die UNO gedreht wurde, in dem einige der Kursabgänger über ihre Erfahrungen und ihre Situation ein Jahr nach dem Kurs berichten.

Im anschliessenden Podium berichtete Sebastian Helmy, Dienststellenleiter des Kantonalen Sozialamtes, über das Vorhaben des SEM (Staatssekretariat für Migration) im Auftrage des Bundesrates, eine Integrationslehre einzurichten. Der Kanton Basel-Landschaft hat signalisiert, sich an diesem Projekt zu beteiligen.
Die Podiumsteilnehmer diskutierten unter der Leitung von Dieter Kohler, Leiter des Regionaljournals Radio SRF, und das Publikum rege, ob es Sinn macht, integrationsresistente arbeitslose Menschen einfach „in Ruhe zu lassen“, wie weit Druck gemacht werden kann und soll. Ob es nicht auch ein Weg wäre, wenn man solchen Menschen gar keine finanzielle Unterstützung mehr zukommen lassen würde, aber auch wie weit die moralische, gesellschaftliche Haltung zu hinterfragen ist und vielleicht auch gegen den Strom handeln zu müssen, um Erfolg zu haben.

Referat Peter Ruch hier

Präsentation Bettina Wyer hier

Präsentation Heinz Gerig hier

 

 

Forum I

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Die einzelnen Beiträge im Forum I vom 10. Mai 2017 finden Sie nachfolgend:

Die Zusammenfassung von Werner Spinnler finden Sie hier

Die Präsentation der Gemeinde Allschwil finden Sie hier

Die Präsentation der Gemeinde Gelterkinden finden Sie hier

Die Präsentation der Gemeinde Langenbruck finden Sie hier

Zusatzangaben der Gemeinde Langenbruck finden Sie hier

 

Weiterbildung Ergänzungsleistungen

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Der Weiterbildungsanlass des VSO bei der SVA Basel-Landschaft, Abteilung Ergänzungsleistungen war hoch interessant und sehr informativ. Als erstes erfuhren wir einiges über die Anspruchsbedingungen sowie die Übernahme von Krankheits- und Behinderungskosten und welche Bedingungen gelten. Im Anschluss wurde die Thematik "Anrechnung von Vermögen", insbesondere der Vorbezug von Pensionskassen-Leistungen sowie Wohneigentum im In- und Ausland behandelt. Dazu gab es viele Praxisbeispiele, die für das Verständnis dieser hochkomplexen Thematik sehr hilfreich waren. Nach der Pause, in der angeregt diskutiert wurde, wurde erläutert, welche Bedingungen Teilrentner in bezug auf Arbeitsbemühungen erfüllen müssen und wann ein hypothetisches Einkommen angerechnet wird. Auch hier müssen einige Regeln, Ausnahmen und Handhabungen beachtet werden. Danach wurde erläutert, wie bei einem Kantonswechsel vorgegangen wird und was der EL-Bezüger dabei zu tun hat. Auch die Abgrenzung zu Pro Senectute und Pro Infirmis (Stiftung Mosaik) wurde erklärt.

Zum Schluss wurde die Thematik Bearbeitungsdauer, Bevorschussung und Zusammenarbeit angesprochen. Eine gute Zusammenarbeit ist sowohl der Abteilung Ergänzungsleistung wie auch den Sozialhlfebehörden/Sozialdiensten wichtig. Für Fragen gibt es nach Themen unterschiedene Ringrufnummern. Die einzelnen Nummern finden Sie auf der letzten Seite der Präsentation.

Die Präsentation finden Sie hier

Neue Kurse und Weiterbildungen

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Der VSO-BL bietet seinen Mitgliedern auch 2017 wiederum ein interessantes Angebot an zielgerichteten Fortbildungen und Tagungen an.

Das aktuelle Kursprogramm sehen Sie hier aufgeschaltet. Für eine Anmeldung folgen Sie bitte den Links in der Rubrik Detailinformationen und Anmeldung.

Kursprogramm

Sozialhilfeforum 2

Donnerstag, 9. November 2017

19.00 Uhr

Für diesen Anlass ist keine Anmeldung erforderlich.

Detailinformationen

Modul 1: Zusatzkurs

Subsidiarität in der Sozialhilfe

Dienstag, 28. November 2017

13.00 - 17.00 Uhr

Seminarhotel Guggenheim, Liestal

 

Buchung: hier

Modul 2: Zusatzkurs

Rechtliches - Basiswissen

Mittwoch, 10. Januar 2018

13.00 - 17.00 Uhr

Coop Bildungszentrum Muttenz

 

Buchung: hier

Das Kursprogramm kann hier als Broschüre heruntergeladen werden (wenn Sie den Jahresbericht als doppelseitige Broschüre ausdrucken wollen, müssen Sie im Druckmenu auf Ihrem Compter "Broschüre" wählen. Voraussetzung ist, dass Ihr Drucker diese Einstellung anbietet, resp. Ihr Drucker für Broschürendruck konzipiert ist)